Eine typische Situation bei meinem Kunden:
«Ich brauche endlich ein gutes System für meine Unterlagen!
Bringen diese Stehsammler was, oder soll ich weiterhin Ordner nutzen oder doch lieber Hängeregister nehmen?»
Auf dem Tisch stapeln sich Rechnungen, Briefe, unzählige Notizen, Versicherungsunterlagen, Baupläne, Elternbriefe auch Schule und Schuttclub, Gutscheine und Werbematerial.
«Was passiert denn, wenn ein Brief ankommt oder die Kinder Infomaterial nach Hause bringen?»
«Ich öffne alles. Wenn ich nicht gleich weiss, was ich damit machen muss, lege ich ihn erst einmal hin.»
«Und dann?»
«Kommt sicher schon das Nächste und das landet obendrauf.»
In den nächsten Minuten kommt so einiges zur Sprache: Unverständliche Schreiben von Ämtern, Entscheidungen die Zeit brauchen, den Stress Deadlines zu verpassen, die ständige Suche nach Formularen und ja, auch die Scham, wenn gleich mehrere Mahnungen reinflattern.
Langsam wird klar: Es fehlen nächste Schritte z.B. für Papiere, bei denen er nicht weiterweiss. Es geht nicht primär um die Wahl der Ablage: jedes System würde die Papiere aufnehmen und die offenen Fragen gleich mit.
Ordnungscoaching bedeutet unvoreingenommen zuzuhören und wirkungsvolle Fragen zu stellen. Ratschläge sind fehl am Platz, denn der Kunde trägt die Lösung bereits in sich.
Wo stockt es im Alltag? Was fällt schwer? Was würde helfen?
In diesem Beispiel war der erste Schritt: die unklaren Briefe gemeinsam durchgehen und festhalten, was jeweils zu tun ist. Anschliessend einen Ablauf zu entwickeln. Erst dann galt es, ein passendes Ablagesystem finden.
❓Was glaubst du: Was braucht es zuerst – eine Lösung oder eine gute Frage?
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